Die ersten Tage der Zukunft

Oktober 18, 2008

Jetzt wissen wir es

Gespeichert unter: Uncategorized — Schlagworte: — michaelmaier @ 2:53

In der langweiligsten Sendung der Fernsehgeschichte versuchte am Freitag Thomas Gottschalk, sich bei Marcel Reich-Ranicki einzuschleimen. Die Sendung wurde ein unsportliches und uninspiriertes Verteidigungsgebrabbel für die öffentlich-rechtlichen Sender, weil Gottschalk nichts Besseres einfiel als zu sagen: Deine Kritik, lieber Marcel, mag ja auf die bösen Privaten zutreffen, aber nicht auf uns bei den tollen Kulturhechten ZDF, Arte, ARD.

Im Vorübergehen watschte Gottschalk auch noch das Internet ab: Dieses sei sogar noch viel schlechter als RTL und SAT1, gaaanz schrecklich. Man wundert sich, dass diese Art von Unsinn heutzutage überhaupt noch verzapft wird. Vor allem aber fragt man sich: Warum streben dann die öffentlich-rechtlichen Sender mit aller Macht ins Netz? Um es zu retten? Oder um am Ende durch dem von Gottschalk beklagten unentrinnbaren Quotendruck genauso schmutzig zu sein wie das Netz?

Dabei hätte es ein Heimspiel für Gottschalk werden können: Im Vergleich zu anderen Ländern, etwa den USA, ist die deutsche Fernsehlandschaft ein Paradies – und zwar öffentlich-rechtliche und private Sender!

Reich Ranicki brachte dieses seltsame medienliteratische Duett unnachahmlich auf den Punkt: Er sagte, dass vor dreißig Jahren alles besser gewesen sei. Ja – für diese Erkenntnis am späten Abend zahlt man dann doch gerne die Gebühren.

Photo Quelle/Copyright: Wolf Gang, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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