Die ersten Tage der Zukunft

Oktober 21, 2008

Der Mörder ist immer Google

Gespeichert unter: Internet — Schlagworte: , , , , , — michaelmaier @ 2:03

Ein Hamburger Gericht hat die Google Bildersuche in einem Fall für unzulässig erklärt. Es werde das Urheberrecht verletzt, sagen die Richter. Diese Diskussion wird spannend, weil in der Tat die Frage daran hängt, welche Rolle Suchmaschinen in Deutschland spielen werden. Die FAZ hat in diesem Zusammenhang auch gleich auf Google News hingewiesen – auch das ist ja aus der Sicht einiger Verlage nichts anderes als geistiger Diebstahl. Wie ernst es die Verlage meinen, haben sie mit ihre juristischen Attacken gegen den Perlentaucher gezeigt, der ja im Vergleich zu Google einen geradezu gigantischen Veredelungsaufwand betreibt.

Was die FAZ allerdings pathetisch mit “Der Täter ist Google!!” betitelt, ist kein mit machtpolitischen Kategorien zu führender Streit. Natürlich kann man für Deutschland einen intellektuellen Morgethau Plan wünschen, der alle Technologie fernhält.

Die Kernfrage wird jedoch sein, ob sich das Urheberrecht in dem Sinn weiterentwickelt, wie das mit den Creative Commons begonnen wurde: Wer einen Inhalt nicht kommerziell vermarktet, darf ihn mit Quellennennung nutzen. Ob die von Google geschaltete Werbung genau dieses Prinzip verletzt, wird zu klären sein.

Der Nutzer hat alles Interesse an der Konkretisierung des “fair use” Gedankens. Vor allem im internationalen Kontext (welches Recht gilt am Ende wirklich?). Intellektueller Protektionismus dagegen ist, auch wenn er gut gemeint ist, nicht hilfreich.

Oktober 18, 2008

Jetzt wissen wir es

Gespeichert unter: Uncategorized — Schlagworte: — michaelmaier @ 2:53

In der langweiligsten Sendung der Fernsehgeschichte versuchte am Freitag Thomas Gottschalk, sich bei Marcel Reich-Ranicki einzuschleimen. Die Sendung wurde ein unsportliches und uninspiriertes Verteidigungsgebrabbel für die öffentlich-rechtlichen Sender, weil Gottschalk nichts Besseres einfiel als zu sagen: Deine Kritik, lieber Marcel, mag ja auf die bösen Privaten zutreffen, aber nicht auf uns bei den tollen Kulturhechten ZDF, Arte, ARD.

Im Vorübergehen watschte Gottschalk auch noch das Internet ab: Dieses sei sogar noch viel schlechter als RTL und SAT1, gaaanz schrecklich. Man wundert sich, dass diese Art von Unsinn heutzutage überhaupt noch verzapft wird. Vor allem aber fragt man sich: Warum streben dann die öffentlich-rechtlichen Sender mit aller Macht ins Netz? Um es zu retten? Oder um am Ende durch dem von Gottschalk beklagten unentrinnbaren Quotendruck genauso schmutzig zu sein wie das Netz?

Dabei hätte es ein Heimspiel für Gottschalk werden können: Im Vergleich zu anderen Ländern, etwa den USA, ist die deutsche Fernsehlandschaft ein Paradies – und zwar öffentlich-rechtliche und private Sender!

Reich Ranicki brachte dieses seltsame medienliteratische Duett unnachahmlich auf den Punkt: Er sagte, dass vor dreißig Jahren alles besser gewesen sei. Ja – für diese Erkenntnis am späten Abend zahlt man dann doch gerne die Gebühren.

Photo Quelle/Copyright: Wolf Gang, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

Oktober 10, 2008

Die Krise und das Internet

Gespeichert unter: Uncategorized — Schlagworte: , , , , , , , , — michaelmaier @ 6:36

Die Krise wird sich auch auf alle jungen Unternehmen im Internet auswirken. Im Silicon Valley bereiten sich bereits alle vor. Investoren geben gute Ratschläge, die freilich nicht allen helfen werden. Interessant allerdings ist eine PowerPoint Präsentation, die im Web kursiert. Mit dieser erläutert ein berühmter VentureCapital-Geber, wie es zum Crash gekommen ist. Diese ist aufschlussreich. Der Schluss, dass das Web 2.0 damit an sein Ende gelangt ist, scheint mir jedoch voreilig. Denn zur Verhinderung von wirtschaftlichen Megakrisen, wie wir sie jetzt erleben, hilft uns nur das gemeinsame Denken, quer über alle Grenzen hinweg.

Das Internet ist in gewisser Weise schuld an der Krise: Haben doch die Leute auf einmal begonnen, selbst und direkt an den Finanzmärken zu handeln und damit die professionellen Broker geradezu in die Kriminalität getrieben. Deren Scheingeschäfte waren der letzte Versuch, die anderen im großen Stil für dumm zu verkaufen. Diese Blase ist geplatzt. Leider müssen nicht jene dafür bezahlen, die sie verursacht haben.

Aber in Zukunft wird die Vernetzung der Köpfe dafür sorgen müssen, dass ein solches Disaster im Keim erstickt wird.

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